Herzlich willkommen in Münchehof am Harz

 

 

Das 14. Historische Schlachteessen des Heimatvereins Münchehof gestaltete sich wieder sehr kurzweilig - Lustige Geschichten von Ilse Bauerdorf und Irmgard Horn sorgten für Unterhaltung

 

Zum nunmehr 14. Mal infolge veranstaltete jetzt der Heimatverein Münchehof e. V. (HVM) sein Historisches Schlachteessen, das in diesem Jahr sehr unterhaltsam mit lustigen Geschichten rund um das Schweineschlachten verbunden war.  Wegen des großen Interesses an dieser Veranstaltung – immerhin waren wieder rund 100 Gäste gekommen – musste erneut in die zu einem Festsaal umgestaltete und wunderschön dekorierte Sporthalle ausgewichen werden. Eine zünftige Schlachtesuppe, die von einer Stauffenburger Hofschlachterei köstlich zubereiteten Hausschlachteplatten, lustige Kurzgeschichten sowie die Atmosphäre in der voll besetzten Halle sorgten für fröhliche Stimmung unter den Heimatfreunden und Gästen und motivierten zu vielen netten Gesprächen . 

Zu Beginn der Veranstaltung brachte HVM-Vorsitzender Dieter Pöppe seine Freude über den guten Besuch zum Ausdruck und hieß alle Teilnehmer gleichermaßen herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt an diesem Abend der Ortsbürgermeisterin Dorothea Uthe-Meier,  dem Werkleiter der Fels-Werke, Andrè Göbel, sowie dem Leiter der Instandhaltung, Timo Hoffmann und dem ehemaligen Leiter des Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrums, Ulrich Stolzenburg. Er dankte allen fleißigen Helfern, die sich bei den umfangreichen Vorbereitungen engagiert hatten und besonders bei Michael Börker (in Abwesenheit) von der Firma Sziede für die bereitgestellten neuen technischen Anlagen. Danach „läutete“ er dann das 14. Schlachte-Essen ein, das wiederum mit einer von Hanna Rott und Loni Beermann nach alten Rezepten köstlich zubereiteten Schlachtesuppe begann, wofür sie erneut Dank und viel Anerkennung ernteten. Anschließend servierten tüchtige Helferinnen zünftige Hausschlachteplatten mit Steak, Mett und frischer appetitlicher Wurst, womit der Abend nun seinen gewünschten Fortgang fand. Nach dem obligatorischen Verdauungsschnaps leitete Dieter Pöppe dann zum gemütlichen Teil des Abends über, der mit sehr fröhlichen Geschichten von Ilse Bauerdorf und Irmgard Horn und einigen vom Vorsitzenden selbst vorgetragenen lustigen Begebenheiten verbunden war. Ilse Bauerdorf erinnert einleitend noch einmal an folgendes Ritual beim Schlachtefest: „Wenn das Schwein am Haken hängt, wird erst mal einer eingeschenkt“, bevor sie dann eine sehr unterhaltsame und lustige Geschichte vom Schnapsbrennen in der Nachkriegszeit vortrug. Das war natürlich verboten und man nannte das auch „schwarzbrennen“. Auch in dieser Geschichte blieb die illegale Schnapserzeugung nicht unbemerkt und rief den für die Gendarmen auf den Plan. Als er beim zweiten Mal die Anlage beschlagnahmen und Abtransportieren wollte, musste er jedoch warten, bis das Gerät abgekühlt war. Die Zeit wurde genutzt, um den Schnaps wenigstens einmal zu probieren. Natürlich kam es wie es kommen musste: Schwarzbrenner und Gendarm schliefen ein und die Anlage blieb wo sie war und sorgte für weitere Begegnungen dieser Art. Die beiden außerordentlich lustigen Geschichten von Irmgard Horn beruhten auf wahren Begebenheiten und spiegelten in interessanter Weise das dörfliche Leben in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg wider. In beiden Fällen ging es um ausgebüchste Ferkel, die in der Familie Horn immer „Fritze“ hießen.  Einmal hatte sich ein Ferkel mit dem Kopf in einem Eimer verkeilt und lief nun blind über den Hof, gabelte eine Mitbewohnerin auf, die nun zur Freude aller anderen auf dem Ferkel reiten musste. In einem anderen Jahr war „Fritze“ auf dem Transport von Stauffenburg vom Wagen gesprungen und anfangs unbemerkt durch die Felder geflitzt. Völlig ausgemergelt schlief es dann in seinem Stall, sodass Mutter Horn schon dachte, es sei krank. Gleichwohl entwickelte sich auch dieses Ferkel zu einem prächtigen Schwein und unternahm am Schlachtetag einen weiteren Ausflugversuch, der in dem damals noch offenen Wasserlauf des Pandelbaches endete. Nur mühsam konnte es geborgen und dann doch erfolgreich geschlachtet werden. An dem Abend des Schlachtefestes resümierte Mutter Horn, was aus dem einst so kleinen Tier geworden sei und die Schlachtegesellschaft trank noch so manches Glas auf das so sportliche Tier. Nachdem der Vorsitzende dann ebenfalls mit einigen sehr lustigen Begebenheiten zur Unterhaltung beigetragen und noch auf die im Oktober nächsten Jahres geplante Kultur- und Erlebnisreise nach Südtirol, zu der im Januar eingeladen wird, hin gewiesen hatte, mündete der Abend in der sehr angenehmen Atmosphäre im geselligen Beisammensein mit vielen interessanten Gesprächen.